Traumbeziehungsweiseja

da ich nun weiß das sich alle elf Minuten jemand verliebt

bin ich mir fast sicher das es dich gibt

ahnst du eigentlich was du versäumst

während du immer von einem Anderen träumst

ich könnte dir die Stiefel ausziehen

oder dir einen Tee aufbrühen

dir ganz sanft den Rücken massieren

mit dir gemeinsam etwas Neues probieren

dir das Frühstück ans Bett servieren

gemeinsam das Gefühl für die Zeit verlieren

wir wären wie zwei Jalapeños in unserer Beziehung

natürlich wäre nicht alles nur Vergnügung

wir würden beide den Alltag meistern

akzeptieren für was wir uns begeistern

uns gegenseitig Freiräume lassen

beim Spazierengehen uns an den Händen fassen

ich würde mit dir ins Kino gehen wollen

im Herbst mit dir zwischen bunten Blättern herumtollen

wir könnten Urlaubspläne schmieden

Rundflüge fliegen

Blumen mitbringen

Lieder singen

gemeinsam lachen

alles solche Sachen

zwischendurch kuscheln

deine Haare verwuscheln

einen Kuss auf die Nasenspitze geben

auch Brennholz sägen

für unseren Kamin

naja – erstmal bauten wir ihn

ich würde für dich in unserer Küche kochen

am Abend deine losen Blätter mit dem Locher lochen

dir stundenlang in deine wunderschönen Augen schauen

dir vertrauen

dich verführen

gemeinsam spüren

oder mit Vanillesoße ein lachendes Gesicht

auf die Götterspeise malen doch vielleicht gefällt dir das nicht

vielleicht ist das alles nicht dein Stil

oder ich erwarte viel zu viel

oder du denkst was ist denn das für einer

oder etwas anderes und ein wenig gemeiner

ich habe keine Ahnung und davon recht viel

doch irgendwie ist da so ein unbestimmtes Gefühl

jetzt genau in diesem Moment schmunzelst du und schaust in die Luft

und atmest auch diesen verführerischen Duft

von Frühling und Aufbruch und Liebe und Leben

ich bin froh es scheint dich wirklich zu geben

in meinen Träumen bist du mir schon mehrfach begegnet

auch letzte Nacht doch da hat es geregnet

du hast nicht gelächelt und dir die Kapuze ins Gesicht gezogen

das du mich freundlich angeblickt hättest das wäre jetzt gelogen

und auf meine Frage geht es dir gut

antwortetest du und in deiner Stimme lag ein klein wenig Wut

„lass mich einfach in Ruhe“

außerdem hättest du pitschnasse Schuhe

ich verstehe das gut der Alltag ist manchmal gemein

nicht immer ist alles nur Sonnenschein

sicher bist du in meinem nächsten Traum zu mir wieder nett

ich hoffe es sehr darum gehe ich jetzt ins Bett

wir wollen doch mal sehen wie es weitergeht mit uns beiden

bleib so wie du bist ich kann dich gut leiden

jeder Mensch ist nicht immer gleichmäßig lieb

obwohl ich das in diesem Text noch nicht schrieb

ich kann manchmal ganz schön bescheuert sein

vielleicht ist es doch besser ich bleibe allein

ich weiß nicht ob ich dir mich zumuten kann

so die elf Minuten sind vorbei – na dann

alles wird gut und bis zum nächsten Mal

vielleicht sahst du mich in deinem Traum ja auch schon einmal

siehst du mich noch mal dann grüß mich von mir

natürlich nur wenn du möchtest ich verlange nichts von dir

wenn ich dich in deinem Traum erkenne dann ist alles klar

dann wissen wir zwei das es so war

jeder von uns beiden hat an den anderen gedacht

damit ist doch schon mal ein Anfang gemacht

© J.C.P.

 

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